The Ocean Cleanup reinigt Flüsse und Meere von Plastik.

The Ocean Cleanup – Die Weltmeere von Plastik befreien

Die Weltmeere sind die größte Müllhalde der Welt. Und jedes Jahr wächst diese Müllhalde weiter. Wir Menschen haben das Müllproblem jahrelang ignoriert, doch langsam dämmert es selbst den größten Skeptikern, dass es so nicht weitergehen kann. Wir stellen dir ein The Ocean Cleanup vor. Ein Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Weltmeere vom Plastik zu befreien.

Inhaltsverzeichnis

Was ist The Ocean Cleanup?

The Ocean Cleanup ist eine niederländische Stiftung mit dem Ziel, die Umwelt von Plastikmüll zu befreien. Die Ozeane sind dabei als Schwerpunkt ausgewählt. Die Stiftung finanziert die Forschung und Entwicklung von technischen Systemen zum Einfangen von Plastik im Meer oder in Flüssen. Als non-profit Organisation wird das gesamte Geld zum Erreichen der Ziele, der Entmüllung der Ozeane, eingesetzt.

Für ihre Ideen und deren Umsetzung hat The Ocean Cleanup viele renommierte Preise und Auszeichnungen erhalten. Die UN verlieh der Stiftung 2015 den Preis „United Nations Champion of the Earth“, mit dem besondere Firmen im Bereich des Umweltschutz ausgezeichnet werden.

Vom Magazin Forbes wurde die Stiftung 2016 als eine von 30 zukunftsweisenden  Firmen in der Welt eingestuft, die einen CEO unter 30 Jahren haben.

The Ocean Cleanup hat nach eigenen Angaben mehr als 80 Mitarbeiter (Stand 2019). Vor allem Ingenieure, Wissenschaftler und Modellierungsexperten arbeiten für die Stiftung. Der Stammsitz liegt im niederländischen Rotterdam.

Wer steckt dahinter?

Der Niederländer Boyan Slat gründete The Ocean Cleanup 2013 in der Stadt Delft. Er war zu diesem Zeitpunkt gerade erst 18 Jahre alt. Den Antrieb für die Gründung kam bei einem Urlaub in Griechenland. Beim Schnorcheln fand er mehr Plastik als Fische im Wasser. Geschockt von diesem Erlebnis, begann der Technikbegeisterte Ideen für eine Entmüllung der Weltmeere zu entwickeln.

Das Geld zur Umsetzung seiner Ziele bekam Slat im Oktober 2014 durch ein erfolgreiches Crowdfunding. Innerhalb von nur vier Monaten hatten mehr als 40.000 weltweite Unterstützer 2 Millionen US-Dollar gespendet.

Warum überhaupt?

The Ocean Cleanup will die Meere von Plastik befreien.

Die Weltmeere sind heutzutage die größte Müllhalde der Welt. Zwischen Hawaii und der Westküste der USA erstreckt sich auf 1,6 Millionen Quadratkilometern ein gewaltiger Teppich aus Müll. Damit die Zahl besser vorstellbar ist: Dies entspricht ungefähr der Fläche Deutschlands – Mal 5!

In diesem gewaltigen Müllstrudel, der als Great Pacific Garbage Patch bezeichnet wird, verenden jährliche tausende von Tieren. Vögel, Fische und Schildkröte ersticken oder verfangen sich in Plastikmüll.

Der Plastikmüll zersetzt sich über die Jahre. Das Plastik verschwindet aber nicht spurlos. Es entstehen winzige Partikelteilchen, das sogenannte Mikroplastik.

Dieses ist für uns Menschen mit dem bloßen Auge kaum erkennbar. Fische und andere Meerestiere nehmen das Plastik ungewollt auf. Es lagert sich in ihrem Körper ab. Wenn wir Menschen die Tiere essen, nehmen wir genau dieses Plastik zu uns.

Die Erfindungen

The Ocean Cleanup hat bis heute zwei große technische Systeme entwickelt und diese bereits im Einsatz getestet.

System 001

Besonders kreative Namen, wie ihn die meisten Produkte von jungen Firmen heute haben, gibt es hier leider nicht. Macht aber nichts! Schließlich haben die Erfindungen der Stiftung auch ohne tolle Namen ihr Potenzial zeigen können.

Mit der Idee für das System 001 startete Boyan Slaf die erfolgreiche Crowdfunding-Campange. Das Konzept wurde an der Technischen Universität Delft entwickelt. Der Kern des Konzepts war ein 50 km langer Schlauch, der V-förmig auf der Wasseroberfläche treiben sollte. Durch Gewichte am Meeresboden sollte ein Netz aufgespannt werden, welches den Plastikmüll einfängt.

Nach mehreren Tests mit Modellen zeigte sich, dass ein System aus vielen kleinen Schläuchen bessere Ergebnisse erzielen würden. Zudem wurden die Schläuche nicht mehr am Meeresgrund befestigt werden, sondern sollten mit der Strömung mittreiben.

Am 19. Mai 2018 wurde in einem zweiwöchigen Test eine 120 m langen Systems dieser Art vor der amerikanischen Westküste erprobt. Nach den guten Ergebnissen wurde das System auf 600 m erweitert und im Oktober 2018 im Great Pacific Garbage Patch in Betrieb genommen.

Es zeigte sich, dass das System nicht effektiv genug war. Daraufhin nahm das Team Änderungen im Bereich der Einsammeltechnik und Stabilität vor und taufte das System 001/B. Im Juni 2019, nur fünf Monate nach dem ersten Test im Great Pacific Garbage Patch, begann das Team den neuen Testlauf. Die Anpassungen führten zu einem Erfolg.

Nach dem erfolgreichen Test arbeitet The Ocean Cleanup gerade an dem Aufbau eines vollständigen Großsystems. Entwicklungsschwerpunkte stellen dabei die autonome Navigation durch den Plastikmüll im Meer, die Robustheit gegen die Witterung auf dem Meer sowie eine Vergrößerung der Netze dar.

Interceptor

Nach Schätzungen gelangen weltweit zwischen 5000 bis 10.000 Tonnen Plastik über die Flüsse in die Meere – am Tag! Nach Angaben von The Ocean Cleanup befördern dabei 1000 Flüsse 80 % des Plastikmülls in die Meere. Und genau hier versucht The Ocean Cleanup mit seinem Interceptor anzusetzen.

Der Interceptor ist eine Abfangvorrichtung, die den Müll in Flüssen herausfischt und in Container füllt. Bis zu 50.000 kg Müll täglich können nach Angaben von The Ocean Cleanup pro Interceptor verarbeitet werden.

Der Interceptor schwimmt auf dem Wasser und wird mit Solarstrom betrieben. Er besitzt eine lange Barriere, welche den treibenden Plastikmüll abfängt und ihn in Richtung eines Förderbands lenkt. Dieses Förderband fischt den Müll aus dem Wasser und befüllt Container mit dem Müll.

Tieren können leicht an dem Müllfänger vorbeischwimmen. Sobald diese Container voll sind, können sie mittels eines Bootes abtransportiert werden.

Derzeit befinden sich zwei Interceptors im Einsatz. Der erste entwickelte Interceptor arbeitet im Cengkareng Drain in Jakarta, Indonesien. Der zweite Inteceptor befreit im Klang River in Malaysia den Fluss vor Plastik. Bis 2025 will The Ocean Cleanup in jedem der 1000 Flüsse die Interceptors im Einsatz haben.

Wie du helfen kannst

Das Team vom The Ocean Cleanup sucht immer nach personeller Unterstützung. Auf der Website findest du viele interessante Jobs und Praktika. Was gibt es besseres, als eines der vielversprechendsten Projekte zur Bekämpfung des Plastikmülls zu unterstützen?

Falls für dich kein passendes Angebot dabei war, kannst du das Projekt auch mit Geld unterstützen. Dafür findest du auf der Website einen

Spendenbutton. Du kannst sowohl einmalig als auch monatlich einen Betrag per PayPal, Kreditkarte oder EC-Karte überweisen.

Ein solches Projekt lebt von Unterstützung. Erzähle deiner Familie und deinen Freunden von diesem Projekt. Helfe aktiv mit, dieses Projekt groß zu machen und Boyan und sein Team dabei zu unterstützen.

Du möchtest mehr über die Probleme mit Plastik erfahren? In diesem Beitrag haben wir es für dich zusammengefasst.

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