Müll sollte immer in Mülltonnen entsorgt werden. Nur so ist ein Recycling von Plastik möglich

Recycling von Plastik

Was geschieht mit deinem Plastikmüll, nachdem du ihn entsorgt hast? Wir sind dieser Frage auf den Grund gegangen und zeigen dir wie das Recyceln von Plastik funktioniert.

Inhaltsverzeichnis

Plastik Recycling – das passiert mit deinem Plastikmüll

Laut den offiziellen Recyclingquoten werden in Deutschland 45 Prozent des Plastikmülls recycelt. Wenn dir das schon viel vorkommt, muss ich dich enttäuschen. Die Zahlen beziehen sich nur auf die Anlieferung bei einem Recyclingunternehmen. Wenn man die reale Recyclingquote betrachtet, also zu wie viel Prozent aus altem Kunststoff neuer wird, so liegt die Recyclingquote bei 16 Prozent.

Mit diesen Werten steht Deutschland international gesehen sogar noch recht gut da. Andere Länder haben geringere Recyclingquoten oder überhaupt kein System für die Plastikverwertung.

Deutschland ist nach den USA und Japan der drittgrößte Exporteur von Plastikmüll. Schätzungen gehen davon aus, dass international bisher etwa zehn Prozent des produzierten Kunststoffes wiederverwertet worden sind. Du fragst dich jetzt bestimmt was mit dem Plastik passiert, welches nicht recycelt wird? Plastik, das nicht recycelt wird, wird entweder verbrannt oder ins Ausland exportiert.landslide trash

Warum wird nicht mehr Plastik recycelt?

Die Gründe, warum nicht mehr Plastik recycelt wird, sind vielfältig. Hersteller von Kunststoffprodukten nutzen lieber neuwertigen Kunststoff als Rezyklat, da der recycelte Kunststoff nicht so rein ist wie neuwertiger. Zudem lohnt es sich beim niedrigen Preis für Neukunststoff nicht, das alte Plastik aufwendig zu sortieren und aufzuarbeiten. Da sortieren und aufarbeiten zu teuer sind, wird ein Großteil des Plastikmüll ins Ausland verschifft.

Ein weiterer Grund ist, dass zum Recyceln von Kunststoff der Kunststoff sortenrein vorliegen muss. So müssten zum Beispiel von einem Laufschuh die unterschiedlichen Kunststoffbestandteile einzeln vorliegen, um sie dann recyceln zu können. Da dies aber in der Praxis so gut wie unmöglich ist, können viele Produkte kaum recycelt werden.

Für einen weiteren Grund sind die Verbraucher verantwortlich, es landen oft auch andere Sorten Müll in der gelben Tonne, dieser Müll muss aufwendig aussortiert werden. Das erschwert den Recyclingprozess und erhöht zusätzlich die Kosten, die die Wiederverwerter nicht bereit sind zu zahlen.

Was passiert mit dem Plastikmüll, der verbrannt wird?

Im Jahr 2005 trat ein Verbot für Mülldeponien in Kraft, welche es die Deponierung unbehandelter biologisch abbaubarer Abfälle verbot. Der Plastikmüll darf nicht mehr in der Umwelt gelagert werden, wodurch erschwert wird, dass hochgiftige Substanzen aus dem Plastik ausgewaschen und freigesetzt werden. Zudem wird so verhindert, dass Mikroplastik in den ökologischen Kreislauf gelangt. Klingt erst mal nach einer guten Lösung.

Jedoch setzt die Verbrennung von Plastik enorme Mengen an Schadstoffen frei. Trotz dieser Schadstoffemissionen zählt die Müllverbrennung für die Strom- und Wärmeerzeugung zu den erneuerbaren Energien. Damit steht die Müllverbrennung auf einer Stufe mit Photovoltaik, Windenergie und der Stromgewinnung aus Wasserkraft.

Durch die Gleichstellung mit den erneuerbaren Energien erhält die Müllverbrennung staatliche Subventionen, die es für die Verantwortlichen attraktiver macht, den Müll zu verbrennen, anstatt ihn zu recyceln.

Der Vorteil der energetischen Verwertung ist, dass so selbst stark verschmutzte und vermischte Materialien verwertet werden.

Was passiert mit dem Plastikmüll, der recycelt wird?

Werkstoffliche Verwertung

Das Kunststoffrecycling auch als werkstoffliche Verwertung bezeichnet ist ausschließlich für Thermoplaste geeignet.

Noch nie von Thermoplasten gehört? In diesem Beitrag erklären wir es dir ausführlich.

Der Vorteil der Thermoplaste ist, dass diese sich wieder einschmelzen lassen, nachdem sie einmal zu einem Werkstoff geformt wurden. Allerdings ist dieser Vorgang nicht unendlich oft wiederholbar.

Die Mischung mit anderen Kunststoffsorten führt zu einer Verschlechterung der Qualität und der Eigenschaften des recycelten Kunststoffs. Deswegen ist es wichtig, dass der Plastikabfall sortiert wird.

Der Müll aus der gelben Tonne, wird in eine große Sortieranlage geliefert. Dabei durchläuft der Müll unterschiedliche Stationen, durch eine Trommel große Teile von kleinen getrennt werden. Leichte Plastikteile werden von schweren abgesaugt und Metall wird mit Magneten von den anderen Materialien getrennt.

Durch einen Infrarot- Scanner werden die unterschiedlichen Kunststoffe anhand ihrer Reflektion des Infrarot-Lichts erkannt und weiter sortiert.

Wenn alle Kunststoffe sortenrein vorliegen, werden sie gewaschen und von Verunreinigungen befreit.

Jetzt erst beginnt die eigentliche Verwertung des Kunststoffs. Dieser wird zerkleinert und umgeschmolzen. Anschließend liegt er als wenige millimetergroße Stücke vor, welche dann weiterverarbeitet werden können, um neue Teile aus Kunststoff herzustellen.

Im Gegensatz zum Plastikmüll der privaten Haushalte liegt der Plastikmüll aus der Industrie in der Regel sortenrein vor. Er kann folglich einfacher recycelt werden. Dieser kann direkt zerkleinert werden, ohne vorher aufwendig gereinigt und sortiert zu werden. Anschließend wird er umgeschmolzen und liegt dann als sortenreines Granulat vor. Mit diesem Granulat ist es nun sehr einfach neue Kunststofferzeugnisse zu produzieren.

Gute Recycling Ergebnisse erzielt man zum Beispiel mit Verpackungen aus Schaumpolystyrol, auch bekannt als Styropor. Im Jahr 2010 wurden in Deutschland etwa 70 Prozent des Polystyrols wiederverwertet. Für Produkte aus PVC wie Bodenbeläge oder PVC- Rohre gibt es ein Rücknahmesystem, um diese Produkte sehr sortenrein recyceln zu können.

 

Rohstoffliche Verwertung

Eine weiter Verwertungsmöglichkeit ist die Rohstoffliche Verwertung. Es ist möglich Kunststoffe wieder in ihre Ursprungsstoffe oder andere petrochemisch nutzbare Stoffe zu zerlegen. Diese Stoffe kann man dann weiterverwerten.

Dazu werden die Polymerketten aufgespalten, zum Beispiel durch Wärme. Die Produkte, die man am Ende dieses Prozesses erhält, sind Monomere oder andere petrochemische Grundstoffe wie Öle oder Gase. Diese kann man zur Herstellung neuer Kunststoffe einsetzen oder aber auch für andere Zwecke nutzen.

Ein Vorteil der rohstofflichen Verwertung ist, dass auch verschmutze und vermischte Kunststoffe verwertet werden können.

Was kannst du tun?

Recycling steht in der Abfallhierarchie nicht an der Spitze. An erster Stelle steht die Müllvermeidung, du solltest also darauf achten, generell möglichst wenig Müll zu produzieren und im Speziellen besonders wenig Plastikmüll.

Plastik liegt mit der Recyclingquote von 45 Prozent deutlich hinter anderen Materialien wie Glas (knapp 90%), Aluminium (88%) und Papier/ Karton mit 87 Prozent.

An zweiter Stelle die Wiederverwendung von Plastikmüll. So zum Beispiel beim Mehrwegflaschen – System.

An dritter Stelle steht das Recycling. Da du bei der eigentlichen Entscheidung, ob dein Plastikmüll recycelt wird oder nicht, nicht mitentscheiden kannst, könntest du es den Entsorgungsunternehmen so leicht wie möglich machen deinen Müll zu recyceln. Dazu sollten nur die Sachen in den Gelben Sack / die Gelbe Tonne kommen, die auch wirklich hineingehören.

Bist du neugierig, welche Vor- und Nachteile Plastik noch mit sich bringt? In diesem Beitrag haben wir es für dich zusammengefasst.

 
 

Schreibe einen Kommentar

Lesevorschläge für dich

*Zur Finanzierung unser Webseite nutzen wir Affiliate Links. Kaufst du über diesen Link ein Produkt, bekommen wir eine kleine Provision. Für dich entstehen keine zusätzlichen Kosten.